Kontakt

Hamburg mit der höchsten Frauendichte in Führungspositionen – bundesweit ist der Frauenanteil in Führungspositionen so niedrig wie seit sechs Jahren nicht

Frauen sind in Führungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert – trotz intensiver Debatten und Initiativen. Eine aktuelle Analyse von CRIF zeigt deutliche regionale, strukturelle und branchenspezifische Unterschiede und verweist auf anhaltenden Handlungsbedarf.

Frauen sind in Führungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert – trotz langjähriger Debatten und Initiativen. Eine aktuelle Analyse von CRIF zeigt, wie stark regionale, strukturelle und branchenspezifische Faktoren die Verteilung von Führungsrollen in Deutschland beeinflussen.

Zum Weltfrauentag 2026 veröffentlicht CRIF eine umfassende Analyse zu Frauen in Führungspositionen in Deutschland. Bundesweit kommen 75 weibliche Führungskräfte auf 10.000 Einwohner, während es bei den Männern 380 sind.

Deutliche regionale Unterschiede

Die Spannweite zwischen den Bundesländern ist erheblich: Hamburg weist mit 134 weiblichen Führungskräften je 10.000 Einwohner den höchsten Wert aus, gefolgt von Berlin (123) und Brandenburg (105).

In Bayern (82), Hessen (85) und Bremen (83) liegen die Werte im Mittelfeld. Niedersachsen (64), Baden‑Württemberg (65) und Nordrhein‑Westfalen (71) folgen dahinter.

Im unteren Bereich finden sich Mecklenburg‑Vorpommern (74), Schleswig‑Holstein (72) sowie Rheinland‑Pfalz (57). Die niedrigsten Werte verzeichnen Sachsen‑Anhalt und Thüringen mit jeweils 60.

Vergleich zu männlichen Führungskräften

Auch bei den männlichen Führungskräften zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. In Hamburg entfallen 729 Führungskräfte auf 10.000 Einwohner, in Berlin 560 und in Bremen 446.

Brandenburg (367), Nordrhein‑Westfalen (371), Hessen (412) und Bayern (411) liegen ebenfalls auf hohem Niveau.

In Niedersachsen (330), Baden‑Württemberg (355), Sachsen (320) und Schleswig‑Holstein (360) zeigt sich ein mittleres Niveau.

Die niedrigsten Werte weisen Thüringen (267), Sachsen‑Anhalt (271) und Rheinland‑Pfalz (302) auf.

Der Vergleich zeigt, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte in allen Bundesländern deutlich niedriger ist als der der männlichen – unabhängig vom regionalen Wirtschafts- oder Bevölkerungsprofil.

„Diese Zahlen belegen, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen für weibliche Karrierewege in Deutschland sind. Während vor allem die Stadtstaaten mehr Frauen in Führungsrollen haben, bleibt die strukturelle Lücke bundesweit gewaltig. Frauen sind nach wie vor massiv unterrepräsentiert – und zwar in allen Regionen.“, betont Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer der CRIF GmbH.

Frauenquote sinkt auf sechsjährigen Tiefstand

Die Analyse bestätigt darüber hinaus den Rückgang des Frauenanteils an Führungspositionen insgesamt. Mit 23,5 Prozent erreicht der Anteil im Jahr 2026 den niedrigsten Stand seit 6 Jahren.

Besonders ostdeutsche Bundesländer wie Brandenburg (28,3 Prozent), Mecklenburg‑Vorpommern (27,5 Prozent) und Sachsen (26,9 Prozent) verzeichnen weiterhin die höchsten Frauenquoten.

In westdeutschen Regionen wie Hamburg (21,4 Prozent), Baden‑Württemberg (21,3 Prozent) und Bremen (19,4 Prozent) bleiben die Quoten hingegen niedrig. Bayern (22,1 Prozent) und Niedersachsen (22,8 Prozent) liegen ebenfalls im unteren Feld.

„Diese regionalen Unterschiede sind historisch gewachsen und hängen eng mit Erwerbsmodellen, Vollzeitquoten und branchenspezifischen Wirtschaftsstrukturen zusammen, die sich bis heute spürbar auf die Verteilung von Führungsverantwortung auswirken“, erklärt Dr. Schlein.

Große Unterschiede zwischen Branchen

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf die Branchen. Das Gesundheitswesen bleibt mit 39,4 Prozent weiblicher Führungskräfte der Bereich mit der höchsten Beteiligung.

Im Handel und im Verlagswesen liegen die Anteile ebenfalls über dem Durchschnitt.

Dagegen fallen technisch‑industrielle Branchen deutlich zurück, darunter Maschinenbau (10,4 Prozent), Energieversorgung (11,3 Prozent), Schifffahrt (10,9 Prozent) und Logistik.

Unternehmensgröße als entscheidender Faktor

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Unternehmensgröße. Kleinunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitenden erreichen mit 29,9 Prozent den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte.

Auch nach Umsatzklassen zeigt sich ein klares Gefälle: Unter 1 Million Euro Jahresumsatz werden im Durchschnitt 27 Prozent erreicht, während Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz lediglich auf 12,3 Prozent kommen.

Frauen in Aufsichtsräten

Die CRIF‑Analyse zeigt leichte Fortschritte: Der Frauenanteil liegt im Jahr 2026 bei 20,5 Prozent.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen – Brandenburg und Mecklenburg‑Vorpommern liegen über dem Durchschnitt, während das Saarland am unteren Ende rangiert.

Besonders auffällig ist, dass Führungspositionen innerhalb der Gremien weiterhin kaum weiblich besetzt sind: Lediglich jeder zehnte Aufsichtsratsvorsitz wird von einer Frau wahrgenommen.

Datengrundlage

Für die Analyse hat CRIF circa 1,8 Millionen Führungspositionen in über 1 Million Unternehmen ausgewertet (Stand 03. März 2026).

Erfasst wurden Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte, geschäftsführende Gesellschafter sowie Vorsitzende. Im Bereich der Aufsichtsräte wurden rund 48.000 Positionen analysiert.

Sie haben Fragen zu unserer aktuellen Pressemeldung? Schreiben Sie uns eine Mail an presse.de@crif.com