Risikoprognose & Schadensregulierung
In von Unsicherheit und dynamischem Wandel geprägten Märkten ist die frühzeitige Risikoerkennung und effektive Risikosteuerung ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Mehr erfahren
Die aktuelle Studie zeigt: Finanzielle Sorgen bleiben hoch und betreffen zunehmend breite Teile der Bevölkerung in Deutschland.
Finanzielle Sorgen bleiben in Europa auf hohem Niveau
Trotz moderater wirtschaftlicher Erholung bleibt die Sorge um die finanzielle Zukunft in Europa 2025 hoch – insbesondere in Deutschland.
Während sich europaweit 74 Prozent der Menschen Sorgen um ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten machen, sind es in Deutschland sogar 80 Prozent (2024: 75 Prozent).
Rund 28 Prozent der Deutschen erwarten dabei eine Verschlechterung ihres Lebensstandards – bei den 35- bis 54-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 35 Prozent.
Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe der Studienreihe Banking on Banks von CRIF. Für die Studie wurden 6.000 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien befragt.
Finanzielle Sorgen bleiben hoch: 74 Prozent der Europäer blicken mit Unsicherheit auf die kommenden 12 Monate
Im Jahr 2025 geben 74 Prozent der Europäer an, dass sie sich Sorgen über ihre finanzielle Situation in den nächsten 12 Monaten machen.
Dies ist zwar ein deutlicher Rückgang gegenüber 85 Prozent im Jahr 2022 und 79 Prozent im Jahr 2023, aber ein leichter Anstieg gegenüber 2024, als 71 Prozent der Befragten sich über das kommende Jahr Sorgen machten.
Ein Viertel der Europäer (24 Prozent der Europäer) rechnet mit einer Verschlechterung ihres Lebensstandards im kommenden Jahr.
Besonders pessimistisch zeigen sich die Menschen in Deutschland (28 Prozent der Befragten) und Polen (27 Prozent der Befragten).
In Italien (20 Prozent der Befragten) und im Vereinigten Königreich (21 Prozent der Befragten) hingegen rechnen deutlich weniger Menschen mit einer Verschlechterung ihres Lebensstandards.
Finanzielle Belastungen in Deutschland besonders ausgeprägt
In Deutschland sind auch die weiteren finanziellen Belastungen besonders spürbar:
• 31 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage.
• 27 Prozent der Befragten gehen davon aus, am Monatsende weniger Geld zur Verfügung zu haben.
• 24 Prozent der Befragten machen sich Sorgen, ihre Rechnungen nicht pünktlich bezahlen zu können – auch das ist der höchste Wert in Europa.
Zum Vergleich: In Frankreich und Polen liegt dieser Wert bei jeweils 12 Prozent der Befragten, in Italien und dem Vereinigten Königreich bei 14 Prozent der Befragten.
Fast jeder zehnte Deutsche äußert zudem Sorgen, die Miete oder Hypothekenzahlungen nicht mehr leisten zu können.
„Unsere Studie zeigt sehr deutlich: Die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft ist tief in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland.
„Trotz wirtschaftlicher Erholungssignale fühlen sich viele Menschen zunehmend finanziell unter Druck. Acht von zehn Menschen in Deutschland blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft – das ist ein deutliches Warnsignal.“
Steigende Kosten treiben finanzielle Unsicherheit
Ein Grund ist sicher auch die zunehmende Belastung durch höhere Kosten: So gaben etwa 32 Prozent der Befragten an, mehr für ihre Miete oder Hausfinanzierung ausgeben zu müssen als noch vor fünf Jahren.
Auch bei Versicherungen und an der Tankstelle gaben rund ein Drittel der Befragten an, tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Bei Kosten rund um den Haushalt waren es sogar 44 Prozent der Befragten.
Finanzieller Wandel: wirtschaftlicher Druck drängt die Deutschen zu neuen Finanzprodukten
Im vergangenen Jahr haben 52 Prozent der Deutschen einen neuen Kreditrahmen genutzt – darunter 29 Prozent der Befragten eine neue Kreditkarte.
Zudem nutzen mittlerweile 20 Prozent der Deutschen „Buy Now, Pay Later“-Dienste (BNPL) – fast doppelt so viele wie im europäischen Durchschnitt (11 Prozent der Europäer).
„Diese Entwicklung spiegelt den zunehmenden finanziellen Druck wider, unter dem viele Haushalte in Deutschland stehen.“
Kredite: Zwölf Prozent der befragten Bundesbürger wurde ein Kredit verweigert
Seit Anfang 2024 wurden rund 12 Prozent der befragten Bundesbürger ein Kredit verweigert.
Insgesamt gaben 27 Prozent der deutschen Studienteilnehmer an, im Laufe ihres Lebens bereits mindestens eine Ablehnung erfahren zu haben.
Zum Vergleich: In Italien sind es nur 15 Prozent der Befragten, in Frankreich 16 Prozent der Befragten.
„Dass gerade in einem wirtschaftlich so starken Land wie Deutschland der Zugang zu Krediten für Verbraucher zu einem immer stärkeren Hindernis wird, ist bezeichnend“
Sparverhalten und Digitalisierung nehmen zu
59 Prozent der Befragten geben an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten sparsamer geworden sind.
44 Prozent der Verbraucher kontrollieren ihre Finanzen häufiger digital über Onlinebanking oder Apps.
28 Prozent der Deutschen greifen bewusst häufiger zu Bargeld, um ihre Ausgaben besser zu steuern.
58 Prozent der Verbraucher wünschen sich, ihre Finanzen vollständig digital verwalten zu können.
Gleichzeitig sehen 62 Prozent der Befragten die Schließung von Bankfilialen kritisch.
Zur Studie
Zur Studie:
Durchgeführt wurde die Studie von Opinium Research im Auftrag von CRIF. Befragt wurden 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und dem Vereinigten Königreich.
In einem weiteren Teil der Studie wurden 200 Fach- und Führungskräfte aus der britischen Finanzbranche mit europäischer Verantwortung befragt.
Die Erhebung fand zwischen dem 20. und 27. März 2025 statt.
Bei Interesse an der kompletten Studie, schreiben Sie uns bitte eine Mail an marketing.de@crif.com