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CRIF beim International Bankers Forum: “Deutschland kann etwas aufbauen, was kein anderes Land hinbekommt“

Größen aus Politik und Wirtschaft diskutieren, wie Europas Finanzsektor mehr finanzielle Souveränität erreichen kann – und CRIF ist mit dabei. Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der Hessische Finanzminister Dr. Alexander Lorz sowie Florian Rentsch, Sonderbeauftragter des Hessischen Ministerpräsidenten für den Finanzplatz Frankfurt: Die Rednerliste, die der Einladung des International Bankers Forum zum Kongress „Europas Weg zur finanziellen Souveränität“ nach Frankfurt gefolgt waren, liest sich wie das Who ist Who der deutschen Finanzindustrie. Rund um die Veranstaltung am 21. Oktober diskutierten Branchengrößen, wie Europa seine Wettbewerbsfähigkeit in der neuen geopolitischen Realität behaupten kann – mit dabei CRIF-Deutschland-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein und Simon Busch, Director Financial Industries bei CRIF. 

„Europa hat Investitionen in Höhe von 700 bis 1.000 Milliarden Euro in Infrastruktur, Sicherheit, Verteidigung und Klima vor sich. Das kann nicht allein aus den Staatshaushalten kommen. Hier ist der Privatsektor gefragt“, betonte Bundesbankpräsident Dr. Joachim Nagel bei seiner Eröffnungsrede des Kongresses die Bedeutung der europäischen Finanzindustrie. In der gut gefüllten Pressehallen der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hessen waren hochrangige Gäste aus Politik und Finanzindustrie versammelt. Sie alle waren der Einladung der International Bankers Forum gefolgt. Die zentrale Frage: Wie lässt in der aktuellen Gemengelage aus Geopolitik, wirtschaftspolitischen und technologischen Herausforderungen rund um Künstliche Intelligenz die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit Europas sichern.

CRIF-Deutschlandchef im Gespräch mit Hessischem Finanzminister
Einig waren sich die Panel-Teilnehmer, dass sich die Rahmenbedingungen in Europa für Investitionen verbessern müssen – oder wie es Alexander Mayer, Deutschlandchef von J.P. Morgan ausdrückte: „Kapital ist nicht patriotisch. Es fließt dorthin, wo es die besten Investitionsmöglichkeiten gibt.“ An welchen drei Stellschrauben dabei gedreht werden muss, erläuterte etwa Dr. Alexander Lorz, Hessischer Finanzminister, in seiner Key-Note sowie im anschließenden Gespräch mit CRIF-Deutschland-Chef Dr. Frank Schlein. Zentral sieht der Minister unter anderem den Ausbau der europäischen Spar- und Investitionsunion – unter anderem mit dem Aufbau zentraler Infrastruktur etwa zur Nutzung von Blockchain-Technologie. Der zweite wichtige Punkt ist das Schaffen einer einfachen, verhältnismäßigen Regulatorik und Aufsicht. Und der dritte Punkt: Die Reform der privaten Altersvorsorge, in der der Minister ein immenses Potenzial für den Kapitalmarkt sieht.

Dass Deutschland dafür gar nicht so schlecht aufgestellt sieht, machte Alexander Lorz auf die Frage von Frank Schlein deutlich, wie er die Sicht auf unser Land von anderen Finanzmarktakteuren wahrnimmt: „Alle ökonomischen Mittelmächte schauen auf Deutschland, als den größten Vertreter unter ihnen. Gerade mit Blick auf Künstliche Intelligenz, beneiden uns viele. Ich höre oft Sätze wie: Mit der technologischen Basis, die eure Industrie und euer Mittelstand bietet, könnt ihr etwas aufbauen, was kein anderes Land hinbekommt.“

Alle drei Säulen des deutschen Geschäftsmodells bedroht
Dass die Herausforderungen für die deutsche und europäische Wirtschaft dennoch enorm sind, wurde in der Panel-Diskussion zwischen Gerold Grasshoff, Vorstandsvorsitzender des Frankfurt Institute for Risk Management and Regulation (FIRM) und Simon Busch, Director Financial Industries bei CRIF deutlich. „Die geopolitischen Krisen, die wir aktuelle erleben, treffen Deutschland härter als andere Länder“, erläuterte Grasshoff. „Sie treffen alle drei Säulen, auf denen das Deutsche Geschäftsmodell beruht: 1. Der Ukraine-Krieg beschränkt den günstigen Zugang zu Energie, 2. Auf den Sicherheitsschirm, den die USA bot, ist kein uneingeschränkter Verlass mehr und 3. Durch die aggressivere Handelspolitik fällt China als wichtiger Absatzmarkt weg.“

Für Banken bedeutet dies ein deutlich höheres Ausfallrisiko als im Rest von Europa. „Eine weitere Herausforderung kommt durch künstliche Intelligenz hinzu“, ergänzt Simon Busch. „Wir erleben, aktuell dass bisher solide Geschäftsmodelle innerhalb kürzester Zeit durch KI ihre Grundlage verlieren. Klassische Risikokennzahlen reichen bei der Bonitätsprüfung nicht aus. Gleichzeitig dürfen auch nicht ganze Branchen in Kollektivstrafe genommen werden. Es ist notwendig, jedes einzelne Geschäftsmodell einzeln unter die Lupe zu nehmen.“

Politik und Wirtschaft muss Hausaufgaben machen
Dennoch sieht Gerold Grasshoff positiv in die Zukunft: „In Europa haben wir alles, was wir brauchen. Was jetzt notwendig ist, sind wichtige politisch Weichenstellungen auf europäischer Ebene. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen.“ Einige Inspirationen dafür dürften sowohl die Vertreter von Politik als auch die Vertreter aus Wirtschaft von den Gesprächen in Frankfurt mit nachhause genommen haben. Ein großer Dank an das International Bankers Forum, wir freuen uns, dass wir mit CRIF als Sponsor der Veranstaltung daran einen Anteil haben durften.